Plan B für den Teller
Krisenfest durch Nähe
Die Krisen der letzten Jahre haben uns bereits aufgezeigt, wie empfindlich unsere globalisierte Lebensmittelproduktion auf Störungen reagiert. Häufig kommt der Großteil eines Produkts in den Supermarkt-Regalen nur aus einer oder wenigen Regionen. Politische oder klimatische Krisen in diesen Regionen führen dann schnell zu generellen Engpässen und Preisschwankungen. Ein gutes Beispiel dafür war das Sonnenblumenöl zum Anfang des Ukraine-Kriegs.
Diversifizierte, dezentrale Lieferketten können solchen Engpässen entgegenwirken und die Region resilienter zum Weltmarkt machen. Zum Beispiel dadurch, dass jede Region weiter kleinere Mengen jedes Produkts herstellt. Damit das gelingen kann, braucht es aber dauerhaft stabile Abnahmemengen, damit die notwendige Infrastruktur für die Wertschöpfungsketten finanziert werden kann. Fällt diese nämlich weg, ist es sehr aufwändig, sie wieder neu aufzubauen. Bei kritischer Infrastruktur sollten wir in dem Zuge also nicht nur an Straßen und Energienetze denken, sondern auch an kleine Mühlen, Molkereien, Schlachtereien und den kleinen landwirtschaftlichen Betrieb im Dorf.