Ab jetzt stellen wir dir jeden Monat ein Obst und ein Gemüse vor, das gerade bei uns in der Region Saison hat: mit ein paar Fun Facts, die du beim nächsten Abendessen weitererzählen kannst, mit Rezepten zum Nachkochen – und mit den passenden Produkten, die du dafür bei uns im Laden findest. 🌿
Den Anfang macht der September. Und der ist ein echter Glücksmonat: Draußen hängen die letzten süßen Sommerfrüchte am Baum, während auf dem Acker schon der Herbst liegt. Genau deshalb sind unsere beiden Stars diesen Monat die Pflaume 🍑 und der Hokkaido-Kürbis 🎃.
🍑 Obst des Monats: Die Pflaume

Fun Facts über die Pflaume
1. „Pflaume" ist eigentlich eine ganze Familie 👨👩👧👦
Pflaume ist der Oberbegriff – Zwetschge, Mirabelle und Reneklode sind alle Pflaumen. Der wichtigste Unterschied für die Küche: Die Zwetschge ist länglich-oval, ihr Fruchtfleisch ist fester und der Stein löst sich fast von allein. Deshalb ist sie das Backobst. Die runde Pflaume ist saftiger und weicher, ihr Stein sitzt fester – sie schmeckt am besten direkt aus der Hand.
2. Der weiße Belag ist kein Schimmel 🤍
Der zarte, weißliche Hauch auf frischen Pflaumen heißt „Duftfilm" – eine natürliche Wachsschicht, die die Frucht vor dem Austrocknen und vor Pilzsporen schützt. Er ist kein Makel, sondern ein Frischezeichen: Wo er noch unversehrt ist, wurde die Frucht vorsichtig geerntet und wenig angefasst. Deshalb sollten Pflaumen auch erst kurz vor dem Essen gewaschen werden.
3. Zucker gibt’s nur am Baum ☀️
Pflaumen werden nach der Ernte zwar noch weicher, aber nicht mehr süßer. Den Zucker bildet die Frucht ausschließlich am Baum. Eine Pflaume, die grün gepflückt und quer durch Europa gefahren wurde, holt das nie wieder auf – ein Grund mehr, sie regional und vollreif zu kaufen.
4. Klein, aber gut für die Verdauung 💚
Pflaumen und Zwetschgen liegen bei rund 49 Kalorien pro 100 Gramm – eine mittelgroße Frucht kommt damit auf etwa 17 kcal. Außerdem stecken in ihnen Ballaststoffe wie Pektin und Zellulose, die die Verdauung in Schwung bringen – daher auch der Ruf der Pflaume als sanfte Verdauungshilfe. Dazu kommen Anthocyane, die sekundären Pflanzenstoffe hinter dem tiefen Blau der Schale, sowie B-Vitamine.
5. Die Kerne bleiben besser ganz ⚠️
Pflaumenkerne enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt werden kann. Solange der Kern heil bleibt, passiert nichts – aber knacken und den Inhalt naschen sollte man nicht.
6. Ein Pflaumenbaum ist ein ganzes Ökosystem 🐝
Alte Pflaumen- und Zwetschgenbäume stehen bei uns oft auf Streuobstwiesen – hochstämmige Bäume auf Grünland, die zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas gehören. Der NABU zählt allein in Deutschland über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die in diesem Lebensraum vorkommen, dazu rund 6.000 Obstsorten. Die Bäume sind im Frühjahr Bienenweide, im Sommer Kinderstube für Vögel und Insekten und im Herbst eben: voller Zwetschgen. Erhalten bleiben sie aber nur, wenn jemand die Ernte auch abnimmt – Streuobst ist genau deshalb auch ein Förderschwerpunkt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. 🌳
🗓️ Wann ist Pflaumensaison?
Heimische Pflaumen und Zwetschgen gibt es von Juni bis Oktober, die Hauptsaison liegt im August und September – wir sind also mitten drin. Die frühen Sorten sind Mitte August dran, die klassische Hauszwetschge kommt jetzt im September und hält bis in den Oktober. Unsere Zwetschgen kommen aktuell aus dem Alten Land – dem großen Obstanbaugebiet an der Unterelbe bei Hamburg.
Ein Tipp fürs Aufbewahren: Im Gemüsefach halten sich die Früchte nur drei bis vier Tage. Wer mehr erwischt hat, entsteint sie und friert sie ein – das klappt bei Pflaumen wie bei Zwetschgen problemlos. ❄️
👩🍳 Rezepte mit Pflaumen
Zwetschgenkuchen, Pflaumenmus, Rotweinpflaumen zum Dessert: Die Pflaume ist eine der dankbarsten Früchte in der Küche, weil ihr festes Fruchtfleisch beim Backen und Einkochen nicht zerfällt.
Neu bei uns im Blog: ein Zwetschgen-Streuselkuchen mit Vanillepudding 🍑 – fruchtige Zwetschgen, cremiger Pudding und knusprige Streusel obendrauf. Und wenn du selbst einkochen möchtest: Das Prinzip aus unserem Rezept für Erdbeer-Vanille-Marmelade lässt sich fast eins zu eins auf Zwetschgen übertragen – nur mit Zimt, Sternanis und Nelken statt Vanille.
🛒 Passend dazu bei uns im Laden
Nicht jede:r hat Zeit, 2 Kilo Zwetschgen einzukochen. Deshalb findest du bei uns im Regal auch fertige Pflaumen-Produkte, unter anderem:
- Pflaumenaufstrich und Rotweinpflaumen vom Windmühlenhof 🫙 – der Aufstrich fürs Frühstück, die Rotweinpflaumen als Dessert zu Vanilleeis oder Quark
- Pflaumenmus vom Kiebitzhof – klassisch eingekocht, ohne Schnickschnack
- Sahnekefir Pflaume-Walnuss von Söbbeke – die schnelle Löffel-Variante für zwischendurch
Und natürlich frische Zwetschgen aus dem Alten Land, solange die Saison läuft.
🎃 Gemüse des Monats: Der Hokkaido-Kürbis

Fun Facts über den Hokkaido
1. Botanisch ist er Obst – genauer: eine Beere 🫐
Kürbisse sind aus botanischer Sicht Beeren, genauer gesagt Panzerbeeren. Damit gehört der Kürbis zu den größten Beeren der Welt. Auf dem Teller behandeln wir ihn trotzdem als Gemüse – und das ist auch völlig in Ordnung.
2. Die Schale bleibt dran 🔪
Der Hokkaido ist unter den gängigen Sorten der bequemste: Seine Schale wird beim Garen weich, du kannst sie einfach mitessen. Kein Schälen, kein Kampf mit dem Sparschäler. Und das lohnt sich doppelt, denn das Beta-Carotin, das Schale und Fruchtfleisch ihr kräftiges Orange gibt, steckt reichlich genau dort. Unser Körper macht daraus Vitamin A – gut für die Sehkraft.
3. Der Kürbis kommt aus Amerika, der Hokkaido aus Japan 🇯🇵
Speisekürbisse stammen ursprünglich aus Amerika – die Sorte in unserem Einkaufskorb aber macht einen Umweg. Ihr Name verrät die Station: die japanische Insel Hokkaido, wo sie Uchiki Kuri heißt. Entstanden ist sie im 19. Jahrhundert, als der Züchter Saichiro Matsumoto die amerikanische Sorte Hubbard weiterentwickelte – heraus kam der rot-orange Kürbis mit der dünnen Schale. Zu uns nach Europa kam er erst in den 1990er Jahren. Für ein Gemüse, das heute so selbstverständlich zum deutschen Herbst gehört, ist er also ein ziemlicher Neuzugang.
4. Mehr drin als in anderen Kürbissen 🥄
Viele Kürbissorten bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser. Der Hokkaido kommt nur auf rund 80 Prozent und enthält deutlich mehr Stärke – deshalb liegt er mit etwa 67 kcal pro 100 Gramm auch spürbar über anderen Sorten. Gleichzeitig steckt in ihm aber auch mehr Gutes: In einer Untersuchung in der Fachzeitschrift Ernährungs Umschau war der Nährstoffgehalt des Hokkaido zwei- bis siebenmal so hoch wie bei den anderen getesteten Kürbissorten, besonders bei Beta-Carotin, Vitamin B6 und Vitamin C. Dazu kommen Kalium und weitere B-Vitamine. Sein Fruchtfleisch ist fester und nussiger als das der meisten anderen Kürbisse und erinnert leicht an Esskastanie.
5. Er hält sich monatelang – wenn du ihn richtig lagerst 🏠
Ein unverletzter Hokkaido mit Stiel dran hält bei 10 bis 15 °C und mäßiger Luftfeuchtigkeit problemlos mehrere Monate. Also: kühler Flur oder Keller statt Kühlschrank. Bricht der Stiel ab, wird die Stelle zur Eintrittspforte für Fäulnis – dann lieber zeitnah verarbeiten.
6. Wirf die Kerne nicht weg 🌰
Die Kerne kurz abspülen, trocken tupfen, mit etwas Öl und Salz mischen und bei 160 °C etwa 15 Minuten rösten. Kürbiskerne liefern ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe und rund 7 Gramm Eiweiß pro Esslöffel – und sie sind, wie das Bundeszentrum für Ernährung betont, eine nachhaltige Alternative zu importierten Nüssen. Genau unser Thema. 🌍
7. Bitter heißt: weg damit 🚫
Kürbisse können Cucurbitacine enthalten – Bitterstoffe, die Magen-Darm-Beschwerden auslösen und weder durch Kochen noch durch Einmachen oder Einfrieren zerstört werden. Speisekürbisse aus dem Handel enthalten sie normalerweise nicht, und Hokkaido und Butternut gelten als besonders sicher vor unerwünschten Rückkreuzungen. Wer selbst anbaut oder geschenkte Kürbisse verarbeitet, sollte trotzdem die einfache Regel kennen: ein kleines rohes Stück probieren – schmeckt es bitter, kommt der ganze Kürbis in die Tonne.
🗓️ Wann ist Kürbissaison?
Kürbisse sind extrem frostempfindlich – ausgesät wird zwischen April und Juni, ins Freie dürfen die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen Ende Mai. Geerntet wird dann von September bis Oktober, kurz bevor der erste Frost kommt. Der September ist damit der Monat, in dem der Kürbis am frischesten ist – und dank guter Lagerfähigkeit begleitet er uns danach bis in den Winter.
👩🍳 Rezepte mit Hokkaido-Kürbis
Weil man beim Hokkaido nicht schälen muss, ist er das unkomplizierteste Herbstgemüse überhaupt. Diese drei Klassiker findest du schon bei uns im Blog:
Ganz neu dazugekommen: eine Kürbispizza mit Crème fraîche, Birne und Thymian-Knusper-Topping 🍕 – herbstlich, süß-herzhaft und mit ordentlich Biss obendrauf.
🛒 Passend dazu bei uns im Laden
Rund um den Kürbis findest du bei uns im Regal unter anderem:
- Kürbis-Orange-Streich von Zwergenwiese 🎃 – der Kürbis fürs Brot, fruchtig durch die Orange
- Kürbiskernöl geröstet von BIO PLANÈTE – dunkelgrün und nussig, ein paar Tropfen reichen über Suppe, Salat oder Ofengemüse
- Kürbisgewürz von LEBENSBAUM – die fertige Mischung für alles, was nach Herbst schmecken soll
- Pumpkin-Spice-Sirup von Sonnentor – für Kaffee, Kakao oder übers Porridge
- Pumpkin Chai von YOGI TEA – würziger Chai mit herbstlicher Note, genau richtig für die ersten kühlen Abende auf dem Sofa
Dazu natürlich frische Hokkaido-Kürbisse aus regionalem Anbau, solange die Saison läuft.
🍑🎃 Das Beste aus beiden: Kürbis-Pflaumen-Curry
Pflaume und Hokkaido haben im September gleichzeitig Saison – da liegt es nahe, die beiden auch in einem Topf zu vereinen. Genau das macht unser neues Rezept für ein Kürbis-Pflaumen-Curry: Die fruchtige Süße der Pflaumen trifft auf den nussigen Hokkaido und wärmende Gewürze. Das Rezept findest du ebenfalls ganz neu bei uns im Blog.
Warum wir das machen 🌿
Saisonal einkaufen ist keine Askese – es ist der Weg zum besseren Geschmack. Eine Zwetschge, die am Baum reif geworden ist und nicht 1.500 Kilometer im Kühl-LKW verbracht hat, schmeckt schlicht nach mehr. Und ein Kürbis, der im September vom Acker kommt, braucht kein beheiztes Gewächshaus.
Genau deshalb zeigen wir dir auf unseren Preisschildern, von welchem Hof dein Obst und Gemüse kommt und wie weit der Hof entfernt ist. Wenn du wissen willst, warum uns das so wichtig ist, lies gern unseren Beitrag Regional ist nicht gleich regional.
Im Oktober geht es weiter – dann mit dem nächsten Obst und Gemüse des Monats. Bis dahin: Guten Appetit! 🍑🎃
Quellen:
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) — „Perfektes Duo: Pflaumen und Zwetschgen"
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) — Kürbisse: Gesundheit und Umwelt
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) — Kürbisse: vom Acker bis zum Teller
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) — „Hokkaido, Butternut und Co."
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) — „Bittere Kürbisse und Zucchini nicht essen"
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) — How-to: Kürbis
Ökolandbau.de (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) — Ökologischer Kürbisanbau
Ökolandbau.de — Pflaumenwickler: Schaderreger im ökologischen Obstbau
NABU — Streuobst: Lebensraum und Artenvielfalt
NABU — Definition: Was ist Streuobst?
NABU Niedersachsen — Lebensraum Obstwiese
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) — „Streuobst: Investition in die Zukunft"
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) — „Professionelle Pflege für blühende Obstbäume"
Bioland — Streuobstwiese Hof Stöckl: Biodiversität im Bioland-Anbau
Bioland — Produkt-Tipps: Kürbis
